Harald Lesch greift Papstschreiben „Laudate Deum“ bei Lesung in Altötting auf – Bürgerenergie zeigt Wege zur Umsetzung
Neuötting, 25.03.2026. In der Basilika St. Anna in Altötting hat Astrophysiker Harald Lesch aus dem Schreiben „Laudate Deum“ von Papst Franziskus gelesen. Die Veranstaltung fand Ende März im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen (ABSI) statt, die in diesem Jahr von der EGIS eG ausgerichtet wurde. Die EGIS eG ist eine Energiegenossenschaft, die unter anderem Solar- und Wärmeprojekte umsetzt.
Papst Franziskus beschreibt in „Laudate Deum“ die Zuspitzung der Klimakrise und richtet einen Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Die Welt, in der wir leben, bricht zusammen und nähert sich vielleicht einem kritischen Punkt.“ Lesch griff zentrale Aussagen des Schreibens auf und ordnete sie naturwissenschaftlich ein.

Klimakrise ist Gegenwarts- und Gemeinschaftsaufgabe
„Die Klimakrise ist kein fernes Szenario, sondern Realität“, sagte Lesch. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse lägen seit Jahren vor. Entscheidend sei, daraus Konsequenzen zu ziehen und die Folgen heutiger Entscheidungen mitzudenken. Diese wirkten weit über die eigene Generation hinaus.
„Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als uns unserer Vernunft und unserem Verstand zu bedienen. Das bedeutet raus aus den CO₂-Emissionen, rein in die erneuerbaren Energien“, erklärte Lesch und ergänzte: „Technologie alleine wird es nicht schaffen.“ Entscheidend sei auch das eigene Handeln. Wer Veränderungen fordere, müsse auch bereit sein, das eigene Verhalten zu hinterfragen und anzupassen. Dabei spielen aus seiner Sicht gemeinschaftliche Ansätze eine zentrale Rolle. Energiegenossenschaften zeigten, dass gemeinsames Handeln vor Ort möglich sei. „Wenn Menschen sich zusammenschließen, können sie Verantwortung konkret übernehmen und die Energieversorgung aktiv mitgestalten.“
Ort mit Bedeutung für die Botschaft
Die Lesung fand in der Basilika St. Anna in Altötting statt. Der Wallfahrtsort unterstreicht die ethische Dimension und macht deutlich, dass die Debatte um Klimaschutz über technische Fragen hinausgeht. Mehr als 900 Zuhörerinnen und Zuhörer nahmen an der Veranstaltung teil. Harald Lesch trat ohne Honorar auf. Die Erlöse kommen der Initiative Prima Klimakids zugute, einem Umweltbildungsprojekt der Kreisgruppe Altötting des BUND Naturschutz, das Kinder an Themen wie Klimaschutz und Energiewende heranführt.
Fachtagung zeigt konkrete Lösungen
Die Veranstaltung war Teil der zweitägigen ABSI-Jahrestagung in Neuötting. Fachleute aus Bayern und Österreich tauschten sich dort über die Integration erneuerbarer Energien in bestehende Versorgungssysteme aus. Im Mittelpunkt standen Speicherlösungen und regionale Energiekonzepte.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bürgerenergie. Energiegenossenschaften ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, sich an Projekten zu beteiligen. Damit gestalten sie die Energieversorgung vor Ort selbst mit und bringen die Energiewende voran. Die EGIS eG setzt entsprechende Projekte in den Bereichen Strom, Wärme und Ladeinfrastruktur um.
Bürgerenergie als gemeinsames Handeln
„Viele Projekte entstehen vor Ort, weil sich Menschen zusammenschließen und Verantwortung übernehmen“, sagte Pascal Lang, Vorstandsvorsitzender der EGIS eG. Der Austausch im Rahmen der Tagung helfe, Erfahrungen weiterzugeben und Lösungen schneller in die Umsetzung zu bringen. „Die Verbindung von Lesung und Fachtagung zeigt, dass Klimaschutz eine technische, aber vor allem auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist.“